Wir haben diesen Artikel zuletzt am 23.November.2022 aktualisiert 

Am Montag, den 21. November.2022 waren unsere Sportler live auf Instagram, um über das Turnier und die WM-Eröffnung zu sprechen.

Danke, dass so viele von euch dabei waren!

 

Falls ihr die Liveübertragung verpasst habt, könnt ihr hier das Video nachschauen.

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Sechs WM-Thesen auf dem Prüfstand

Die 22. Fußballweltmeisterschaft startet am Sonntagabend und bringt eine ganze Reihe an Neuerungen mit sich: Erstmals wird das größte Turnier der Welt im Winter ausgetragen. Erstmals ist Katar und damit ein arabisches Land Ausrichter. Medien und Öffentlichkeit diskutieren angesichts der Missachtung von Menschenrechten vor Ort seit Wochen tagtäglich, ob eine WM dort stattfinden dürfe. Die Lager sind gespalten: Der eine und deutlich lautere Teil kündigt an, das Turnier zu boykottieren. Der andere fokussiert sich auf das Sportliche möchte sich dieses gesellschaftliche Großereignis nicht entgehen lassen.

Es ist eine oberflächliche Diskussion. Auch ein gut gemeinter und begründeter Boykott wird kaum Wirkung erzeugen. Denn die gegenwärtige Entrüstung kommt deutlich zu spät. Vor zwölf Jahren hat die FIFA die Turnieraustragung überraschend dem Wüstenstaat anvertraut – nach einer mehr als fragwürdigen Vergabe-Posse inkl. Korruption und Posten-Geschacher. Ohne den großen Aufschrei. Auch nach der Verschiebung in den Winter blieben Widerstand bzw. konstruktive Vorschläge für Austragungsalternativen aus. Und heute? Unsere krisengebeutelte Gesellschaft, die in der jüngsten Vergangenheit neben dem Kriegsgeschehen in der Ukraine auch die Corona-Pandemie und als Folge beider Entwicklungen eine massive Inflation wegstecken muss, blickt in großen Teilen skeptisch auf den bevorstehenden „Kick-Off“ am Persischen Golf.

 

Geschichten, die nur der Sport schreibt

Dabei wäre die unbestrittene, integrative Kraft des Fußballs und eine packende WM-Begeisterung nach diesen zehrenden Jahren so dringend gefragt. Mit der rein sportlichen Brille betrachtet, lässt sich natürlich auch viel Potenzial zum Dopamin-Ausstoß finden. Denn es gibt sie durchaus, diese Geschichten, die salopp formuliert eben nur der Fußball erzählt. Die von Niklas Füllkrug, vor einem Jahr Zweitliga-Kicker vom SV Werder Bremen, für den mit 29 Jahren durch seine Berufung ein Traum in Erfüllung geht. Oder die Nominierung von Youssoufa Moukoko, etwa, der kurz nach seinem 18. Geburtstag als jüngster Spieler in Katar dabei sein wird und bei einem Einsatz Uwe Seeler als jüngsten DFB-Akteur bei einer WM ablösen wird. Nicht zu vergessen ist dabei auch der vermutlich letzte Aufgalopp der alternden Weltstars Cristiano Ronaldo (37) und Lionel Messi (35) bei einem Großturnier.

 

Der kommunikative Blick auf Doha

Also, was tun als professionelle Agentur? Für uns steht fest: Wir machen unseren Job. Und dazu zählt für Kommunikationsprofis, ein mediales Großereignis mit unserem speziellen Fokus auf die kommunikative Arbeit vor Ort zu verfolgen, diese einzuordnen und zu bewerten. Allein im Sinne der Nachhaltigkeit könnte man Stunden, Tage und Wochen diskutieren über Sinn und Nutzen der WM in Katar – aber auch Transparenz und Logik der Vergabe großer (Sport-)Events im Allgemeinen.

In den kommenden vier Wochen widmen wir uns dabei einigen Thesen, die wir im laufenden Turnier diskutieren und kritisch prüfen wollen.

    1. FIFA-Präsident Gianni Infantino kündigt „die größte Show der Erde“ und das „beste Turnier aller Zeiten“ an. Oder kommt es doch ganz anders? Kann die mit geschätzt über 200 Milliarden teuerste WM aller Zeiten liefern?
    2. Winter-WM im Sonnen-Staat Katar: Ein Land mit vielen sozialen und politischen Differenzen im Vergleich zu bisherigen WM-Ländern. Wie werden wir die Bildsprache erleben und was werden Konsumenten vom Land und seinen Menschen sehen?
    3. Das Bewegtbild-Interview ist die Image-Broschüre einer Marke. Auch die des DFB. Die Sportler sind Vorbilder. Wie nehmen die „Stars“ des Verbandes Stellung? Wer kann hier vor der Kamera punkten, wer nicht?
    4. Die Medien über im Vorfeld massive Kritik an Katar. Wird diese kritische Haltung beibehalten, Themen wie Menschenrechte angesprochen – oder bleibt es bei beiläufigen, einzelnen Einspielern sobald das erste Spiel angepfiffen ist – Zeichen setzen oder Medien-business as usual?
    5. Rund 5 Milliarden Menschen und damit weit mehr als die Hälfte der Welt-Bevölkerung verfolgen die Weltmeisterschaft. Was ist dran an der FIFA-Prognose? Rekord-Einschaltquoten oder doch Boykott-Stimmung und WM-Stimmungsflaute?
    6. Auch in Katar gibt es am Ende einen Titelträger! Wie kommuniziert der Weltmeister 2022 im Spannungsfeld zwischen politischer Verantwortlichkeit und sportlichem Highlight?

 

Unsere Sportler bei HEINRICH Kommunikation werden unseren speziellen WM-Blog nach und nach aktualisieren und pflegen. Los geht’s mit These A) und einer entsprechenden Analyse zur Eröffnungsfeier am Montag!